Alle Veranstaltungen in der Monatsübersicht
EEG 1963
So. 3.4. - So. 21.8. | Krankenhaus-Museum

Kein Platz – Nirgendwo

Die Situation von Bremer Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie (1949 – 1975)

Die Ausstellung zeigt erstmals die Situation von Bremer Kindern und Jugendlichen in den stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie zwischen 1949 und 1975. Während des gesamten Zeitraums mussten die betroffenen Familien ihre Kinder ins niedersächsische Umland oder in Einrichtungen abgeben, die zum Teil viele hundert Kilometer von Bremen entfernt lagen.


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Dabei handelte es sich um das Waldheim Cluvenhagen, den Albertushof bei Delmenhorst, das Evangelische Hospital Lilienthal und die Rotenburger Anstalten. Eine Ausnahme war die „Kinderbeobachtungsstation" der Bremer Nervenklinik.

Die räumlichen, personellen und therapeutischen Bedingungen waren oft prekär und zum Teil unmenschlich. In den Einrichtungen waren die Kinder und Jugendlichen verschiedenen Formen der Gewalt ausgesetzt. Zwei Betroffene vermitteln sehr persönliche Einblicke in diese katastrophalen Verhältnisse.

Erst die Stiftung Anerkennung und Hilfe übernahm 2017 die Verantwortung für die begangene Gewalt. Ein Anliegen der Ausstellung ist es, über die weithin unbekannten Geschehnisse in den Einrichtungen zu informieren. Darüber hinaus ist es der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Anja Stahmann und der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Claudia Bernhard wichtig, das erlittene Leid öffentlich anzuerkennen.


Eintritt: 4 € / 2 €


Mädchengruppe 1952
So. 1.5. 15.00 Uhr | Krankenhaus-Museum

Arzneimittelstudien und Psychochirurgie in Heimen und kinderpsychiatrischen Einrichtungen des Landes Niedersachsen

Die Historikerin Christine Hartig berichtet aus ihrer Forschung zu den Jahren 1947 bis 1978.

Eintritt: 5 € / 2,50 € zzgl. Eintritt der Ausstellung
 


Laura Dümpelmann
So. 1.5. 16.00 Uhr | Haus im Park

Ensemble Vinari - The leaves be green

Podium Alte Musik

Renaissance trifft Moderne
Das Hamburger Blockflötenconsort Vinari vereint drei kreative Blockflötistinnen mit reicher solistischer und kammermusikalischer Erfahrung von Musik aus Mittelalter, Renaissance und Barock verschrieben haben. Ihr Programm „The leaves be green" verbindet nun Alte Musik mit modernen Klängen und erreichen mit besonderen Konzertkonzepten auch unerfahrene Ohren. Alle drei Blockflötistinnen sind Preisträger diverser nationaler und internationaler Wettbewerbe. Mit Sohyeun Cho, Luise Catenhusen, Laura Dümpelmann

Eintritt frei
 


So. 8.5. 16.00 Uhr | Haus im Park

Tafiti und Pinsel – zwei Freunde und ein Abenteuer

Figurentheater Marmelock, für alle ab 4 Jahren

Nein, das ist ganz und gar unmöglich! Ohne sein geliebtes Kuschelkissen kann und will Tafiti einfach nicht einschlafen. Da hilft also nix. Tafiti ist ein Erdmännchen und sein eher ängstlicher Freund Pinsel, ein Pinselohrschwein. Beide müssen hinaus in die Nacht, um das kuschelweiche Lieblingsstück wiederzufinden. Sie suchen bei der Ameisenarmee und der verliebten Eule, begegnen dem trampelnden Nashorn, und dem gefräßigen Leoparden, der sie fangen will. Auch King Kofi, den König der Tiere, müssen sie überlisten. Werden sie das begehrte Schmusekissen noch finden?

Eintritt: 4 € / 2,50 €
 


Do. 12.5. - So. 15.5. | Haus im Park

„… die Sünde des Andersartigen zu riskieren“

Ein theatraler Spaziergang durch die Leben der Hedwig D.

jeweils um 19 Uhr

„… in der Irrenanstalt bleibe ich nicht, Gott sei Dank", schreibt Hedwig D. 1909 aus dem St. Jürgen-Asyl in Ellen (heute Klinikum Bremen-Ost) an ihren Vater. 1908 war sie auf sein Betreiben entmündigt worden und hielt sich deshalb in den Jahren bis 1912 wiederholt in der psychiatrischen Anstalt auf: anfangs freiwillig, um sich geistige Gesundheit attestieren zu lassen, dann gezwungenermaßen. Man wirft ihr „homo- und heterosexuelle Exzesse" vor, sowie einen „zwanghaften Hang zur Lüge". Der passt gut zum neudefinierten Krankheitsbild der „Pseudologia fantastica", das Dr. Delbrück, Direktor der Anstalt, just formuliert hatte. Die Diagnose lautet „Moralische Idiotie".

ACHTUNG: Die Termine am 6.,7. und 8. Mai fallen pandemiebedingt aus


Do. 12.5. 19:00 Uhr   Ausgebucht
Fr. 13.5. 19:00 Uhr   Ausgebucht
Sa. 14.5. 19:00 Uhr   Ausgebucht
So. 15.5. 19:00 Uhr   Ausgebucht

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Während ihrer mehrmonatigen Aufenthalte im St. Jürgen-Asyl zwischen 1908 und 1912 kämpft Hedwig D. um ihre Entlassung, verbündet sich mit Krankenschwestern, flieht und wird wieder zurückgebracht. Ihre Geschichte gibt Zeugnis von mehr als einem Einzelschicksal. Sie stellt die Frage, was normal ist und was verrückt – und wer das zu welcher Zeit bestimmt. Die umfangreiche Patientenakte erzählt bildreich von diesen Jahren. Die Kulturambulanz stellte die Akte den Geschichtswissenschaftler*innen der Universität Bremen zur Verfügung, die wiederum mit dem Zentrum für Performance Studies kooperieren. So wurde die Akte zur Basis eines dramatischen Textes.

Ein Jahr lang haben Studierende der Geschichtswissenschaft und der Performance Studies sowie Ensemblemitglieder des Theaters der Versammlung in einem fächerübergreifenden Projekt forschenden Studierens ihre unterschiedlichen Perspektiven auf den Fall Hedwig D. zueinander in Beziehung gesetzt. Unter der Regie des Berliner Gastregisseurs Tobias Winter, eines ausgewiesenen Experten für die Dramatisierung theaterferner Texte, ist ein Stationen-Theater durch die Leben der Hedwig D. entstanden. Dabei entscheidet die Inszenierung die Frage nach Normalität und Verrücktheit nicht. Sie macht vielmehr das Wanken von Selbstverständlichkeiten erfahrbar, wenn sie unterschiedliche Spielweisen anbietet, um sich Hedwig D. zu nähern. Ein dokumentarisches Theater mit seinem Anspruch an Realismus wäre diesen Aufgaben nicht gerecht geworden, daher agiert die Inszenierung in einer komplexen Vielfalt experimenteller Dramaturgien. Hierzu haben wir uns verschiedener Montagetechniken bedient, z.B. Briefe in dialogische Szenen umgewandelt, aber auch immer wieder die Rauheit des Textmaterials an sich szenisch ausgearbeitet, was den „Dialog" zwischen Institution und Individuum wahrnehmbar werden lässt. Die vier Aufenthalte von Hedwig D. in Ellen dienen als inszenatorische Grundstruktur in vier Akten, die Lücken zwischen den Aufenthalten markieren Zwischenspiele. Zudem spielen die vier Akte an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen theatralen Modi. So haben sich mehrere in sich stimmige Varianten von der Zeit der Patientin im St. Jürgen-Asyl ergeben, wobei das Fragmentarische der Akte teils ausgestellt und teils mit fiktionalen Elementen gefüllt wird. In der Inszenierung wird die „Andersartigkeit" von Hedwig D. in den Kontext von Zeitgenoss*innen gestellt, die bis heute für ihr abweichendes Verhalten ikonisiert werden.

„… die Sünde des Andersartigen zu riskieren", schlägt auch Antonin Artaud, bedeutender Theaterreformator mit Psychiatrie-Erfahrung, vor, wenn er in „Van Gogh oder der Selbstmörder durch die Gesellschaft" über die Psychiatrie als Instrument der gesellschaftlichen Unterdrückung von Andersartigen spricht. Während Hedwig D. in der Anstalt ans Bett gefesselt ist, entflammt sich der Bremer Künstlerstreit am Ankauf eines Van-Gogh-Gemäldes durch die Kunsthalle. In den folgenden Jahren wird er sich zu einer nationalen Debatte über den Wert des Andersartigen (und des Nichtdeutschen) für die Kunst steigern. Seine Vehemenz wirft die Schatten des Ersten Weltkriegs voraus. Auch heute ist es gesellschaftlich notwendig, dass wir uns mit der Frage nach dem Wert des Andersartigen konfrontieren. Die Inszenierung lädt dazu ein, dieser Frage im Kontext der Geschichte und der Geschichten in die Gegenwart zu folgen und sich zu ihrem existentiellen Appell zu verhalten.

Beteiligte:

  • Leitungskollektiv ca.si.an des Zentrums für Performance Studies / Theater der Versammlung
  • Michèle Leder, Regieassistenz
  • Prof. Dr. Cordula Nolte, Projektleitung Institut für Geschichtswissenschaft
  • Jannik Sachweh, Projektleitung KulturAmbulanz
  • Anna Suchard, Dramaturgie/Projektleitung Zentrum für Performance Studies / Theater der Versammlung
  • Tobias Winter, Regie
  • & die Studierenden der Geschichtswissenschaft der Universität Bremen und die Spieler*innen des Zentrums für Performance Studies der Universität Bremen und des Theaters der Versammlung

Solidarisches Preissystem: 20 € / 10 € / 5 €


Mädchengruppe 1952
So. 15.5. 14.00 Uhr | Krankenhaus-Museum

Internationaler Museumstag

Zum Internationalen Museumstag ist der Eintritt im Krankenhaus-Museum frei. Kurze Einführungen in die Sonderausstellung um
14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr

Eintritt frei
 


So. 15.5. 16.00 Uhr | Haus im Park

Podium Gitarre

Studierende der HfK Bremen präsentieren klassische und zeitgenössische Gitarrenmusik.
Leitung: Prof. Jens Wagner

Eintritt frei
 


Parkgelände Klinikum Bremen Ost
Sa. 21.5. 14.00 - 16.00 Uhr | Haus im Park

Soli für Solo-Selbständige

Wandelkonzerte im Freien

Mit Wandelkonzerten im Freien hat klangpol im Sommer 2020 in Zeiten von Corona ein neues Konzertformat entwickelt, das aufgrund des sehr großen Erfolges nun jährlich in der schönen Parkanlage des Klinikums Bremen-Ost fortgesetzt wird. Musiker:innen aus dem klangpol-Netzwerk Oldenburg/Bremen spielen kurze Soli im Park. Das Publikum kann flanierend zwischen den Stationen wechseln. Was wann wer wo hört, ergibt sich aus dem Moment heraus. Jeder Zuhörende stellt wie nebenbei sein ganz persönliches Programm zusammen.

Eintritt frei
 


Darya Dadykina
So. 22.5. 16.00 Uhr | Haus im Park

Darya Dadykina

Piano Podium

Darya Dadykina zählt zu den Spitzentalenten unter den Nachwuchspianisten. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, beherrscht ein ungewöhnlich umfangreiches Repertoire mit Werken aller wichtigen Stilrichtungen. Mit Werken Rameaus, Schuberts und Medtners umspannt ihr Programm 200 Jahre europäische Musikgeschichte.


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Mo. 23.5. - Mi. 8.6. | Haus im Park

Step by Step - Demokratieräume

Interaktive Sonderausstellung

Die Ausstellung ist ein interaktives Erlebnis, welches allen Besuchenden mehr als nur informativ entgegentritt, sondern dazu einlädt, sich selbst neu zu erfahren, zu entdecken, nachzudenken und weiterzuentwickeln.


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Die Grundidee der Ausstellung ist es, zuerst den Inneren Demokratieraum, die Eigenschaften, die uns zu demokratischem Leben befähigen, zu erfahren und anschließend die äußeren Demokratieräume, die zwischenmenschlichen Regeln und Institutionen. Dabei ist jede Station sowohl informativ, als auch interaktiv, sodass jede:r Spaß und Wissen in einem erlebt.
Die Ausstellung wird begleitet von den multikulturellen „step-by-step" Ausstellungslots:innen.


Öffnungszeiten: Mo – Fr | 11 – 15 Uhr

Anmeldung und Führungstermine:
saher@bzvahr.de

Homepage:
www.demokratie-step-by-step.de

Ein AMIF-gefördertes Demokratieprojekt von Nutzenden des Bürgerzentrum Vahr

Eintritt frei


Irrstern Lichter gegen Dunkelheit
So. 29.5. 15.00 Uhr | Krankenhaus-Museum

Medizin ohne Menschlichkeit

Die Bremer Psychiatrie im Nationalsozialismus

Führung mit dem Historiker Simon Rau durch die Dauerausstellung des Krankenhaus-Museums

Eintritt: 5 € / 2,50 €
 


Irrstern Lichter gegen Dunkelheit
Mo. 30.5. 12.00 Uhr | Mahnmal IRRSTERN / Park Klinikum Bremen-Ost

Gedenktag für die Bremer Opfer der Medizinverbrechen

Gedenken an die Opfer der Psychiatrie und Gesundheitspolitik im Nationalsozialismus in Bremen (1933-1945)

Mit Martin Zinkler (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie), Gerlinde Tobias (Patientenfürsprecherin Klinikum Bremen-Ost, Psychiatrie), Rüdiger Drallmeyer (Angehöriger), Hedwig Thelen und Jannik Sachweh (Gedenkkreis, Krankenhaus-Museum)

Eintritt frei
 



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