Führungen
90 Minuten
50 EUR
max. 20 Personen
Zeitzeugengespräche
3 Stunden
100 EUR
max. 20 Personen
Seminartage
4 – 5 Stunden
240 EUR
max. 20 Personen
Seminartage in Leichter Sprache
3 Stunden
100 EUR
max. 12 Personen
Die KulturAmbulanz ist eine deutschlandweit einzigartige Kultureinrichtung und liegt mitten im historischen Klinikpark. Wählen Sie aus einem breiten Angebot an pädagogischen Formaten. Wir bieten Führungen, Seminartage und Zeitzeugengespräche an. Unsere Zielgruppen sind sehr unterschiedlich: Schulklassen (empfohlen ab Jahrgang 8), Fsjler:innen, Auszubildendenklassen, Studierende, Lehrer:innen oder individuelle Gruppen.
Wir bieten verschiedene Führungen durch die neue Dauerausstellung des Krankenhaus-Museums an. Neben einer allgemeinen Führung zur Bremer Psychiatriegeschichte (mit oder ohne Geländerundgang) können sie themenspezifische Rundgänge buchen. Die Kosten für eine Führung betragen 50 Euro zuzüglich des Eintrittspreises ins Museum (4 Euro normal / 2 Euro ermäßigt) und dauern ca. 90 Minuten. Wir empfehlen eine maximale Gruppengröße von 20 Personen, in Ausnahmefällen (beispielsweise Schulklassen) sind auch etwas größere Gruppen möglich.
1904 eröffnete vor den Toren Bremens in der Dorfschaft Ellen das St. Jürgen-Asyl. Hunderttausende Lebenswege haben sich seitdem im heutigen Klinikum Bremen-Ost gekreuzt. Menschen kamen als Patientinnen oder Patienten, waren Angehörige, arbeiteten in der Pflege, als Ärztinnen oder Ärzte oder in der Verwaltung. Das Krankenhaus-Museum zeigt ihre Biografien, Zeugnisse und Kunstwerke. Es zeigt die Geschichte der Psychiatrie von ihren Anfängen über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zu den jüngsten Psychiatriereformen in Bremen und darüber hinaus. Wie wurde früher behandelt und diagnostiziert? Wie hat sich dies über die Jahrzehnte verändert? Seit wann spielen Kinder in der Klinik eine Rolle? All diesen Fragen widmet sich unsere Führung Geschichte der Bremer Psychiatrie.
Zwischen 1933 und 1945 wurden in deutschen Psychiatrien zehntausende Menschen zwangssterilisiert und ermordet, weil sie nicht in das Bild der „erbgesunden Volksgemeinschaft“ passten. Unsere Themenführung Psychiatrie im Nationalsozialismus erinnert an die Opfer dieser Medizinverbrechen und zeigt, wie Ärzt:innen und Pflegepersonal zu Täter:innen wurden. Anhand historischer Dokumente und ethischer Fragestellungen nähern wir uns den Ideologien von Eugenik und Rassenhygiene, die den Weg für systematische Gewalt ebneten. Wir erzählen von Biografien, die ausgelöscht wurden, und von einer Gesellschaft, die lange schwieg. Die Führung lädt dazu ein, sich mit Fragen von Verantwortung, Erinnerung und Menschenwürde auseinanderzusetzen.
Unserer Themenführung Geschichte der Pflege legt den Fokus auf die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Krankenhaus: die Pflegekräfte. Ein Krankenhaus ohne Pflegerinnen und Pfleger ist undenkbar. Sie organisieren die Arbeit auf den Stationen und leisten die Versorgung am Krankenbett. In der Führung vermitteln wir Einblicke in die Entwicklung der Pflege. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausstellungsbereich „Pflege-leicht?“, wobei auch andere Aspekte der Pflegegeschichte (beispielsweise Pflege im Nationalsozialismus) vorgestellt werden. Anhand ausgewählter Quellen, Objekte und Geschichten wird sichtbar, wie sich die Arbeit und die Rolle der Pflegekräfte im Laufe der Zeit verändert haben.
Friedrich Buhlrich, Sohn einer Deutschen und eines ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen, wuchs in einer Pflegefamilie auf, die ihn später adoptierte. Er selbst erfuhr dies erst zu seinem 21. Geburtstag. Nach dem Tod seiner Adoptiveltern fand Friedrich heraus, dass es in der Familie zuvor schon drei Kinder gegeben hatte, Hans, Erika und Margret. Alle drei wurden während des Zweiten Weltkriegs Opfer der NS-Medizinverbrechen. Sie wurden in verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Friedrich Buhlrich wird nicht müde für Anerkennung der Opfer der NS-Medizinverbrechen und gegen das Vergessen anzukämpfen. Neben einer Themenführung: Psychiatrie im Nationalsozialismus beinhaltet dieses Format auch ein ausführliches Zeitzeugengespräch mit Friedrich Buhlrich.
Neben unseren 90-minütigen Führungsformaten bieten wir unterschiedliche Seminar- und Projekttage an. Diese können je nach ihren zeitlichen Bedürfnissen variieren (in der Regel 4-5 Stunden) und kosten 240 Euro. Wir empfehlen eine maximale Gruppengröße von 20 Personen, in Ausnahmefällen (beispielsweise Schulklassen) sind auch etwas größere Gruppen möglich. Im Ablauf sind sich die unterschiedlichen Seminarformate ähnlich: Kennenlernen und Brainstorming zum Thema, Ausstellungsbesuch, Trialogisches Gespräch; wahlweise sind die Tage noch um weitere Module (beispielsweise Arbeiten mit Biografien / Geländerundgang) erweiterbar. Auch mehrtägige Projekte sind möglich, sprechen Sie uns hierzu gerne an.
Wir wollen gemeinsam auf die Geschichte und Gegenwart der Psychiatrie blicken. Was und wer war und ist normal? Welche Vorurteile begegnen uns mit Psychiatrie und psychischer Krankheit? Wie lassen sich diese aus der Historie erklären? Und was hat sich verändert? Neben einem gemeinsamen Besuch der Dauerausstellung ist auch immer ein Trialogisches Gespräch Teil des Seminartages. Psychiatrieerfahrene Personen und Mitarbeiter:innen aus dem Kosmos Psychiatrie werden als Gäste der Runde über Ihre Erfahrungen berichten. Je nach Länge des Projekttages lassen sich weitere Module zum Thema in den Tag integrieren (beispielsweise Arbeiten mit Biografien / Geländerundgang).
Wir betrachten die Geschichte der Pflege. Wir fragen nach den Handlungsspielräumen und reflektieren die Verantwortung der Pflegekräfte. Dabei wird deutlich: Der Arbeitsalltag der Pflegerinnen und Pfleger in der Psychiatrie hat sich in den letzten 120 Jahren radikal verändert. Die Ausbildung, Arbeitsbedingungen und das Krankheitsverständnis folgen heute pflege-ethischen Grundsätzen, die die Selbstbestimmung der Patient:innen in den Mittelpunkt stellen.
Neben einem gemeinsamen Besuch der Dauerausstellung ist auch immer ein Trialogisches Gespräch Teil des Seminartages. Psychiatrieerfahrene Personen und Mitarbeiter:innen aus dem Kosmos Psychiatrie werden als Gäste der Runde über Ihre Erfahrungen berichten. Je nach Länge des Projekttages lassen sich weitere Module zum Thema in den Tag integrieren (beispielsweise Arbeiten mit Biografien / Geländerundgang).
Alkoholbedingte Erkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern im ambulanten und stationären Sektor. Rauchen bleibt weit verbreitet trotz der vielfältigen Hinweise auf die Gesundheitsgefährdungen. Von Magersucht und Ess-Störungen sind insbesondere Jugendliche oft betroffen. Die Pandemie hat das Risiko für Suchterkrankungen erhöht, bedingt durch Isolation, Stress und veränderte Gewohnheiten. Aber auch: Es gibt ein dichtes Netz aus Suchthilfe-Angeboten.
Unser Projekttag „Nur mal probieren?!“ legt den Fokus auf das gesellschaftlich weit verbreitete Phänomen Sucht. Gemeinsam wollen wir uns der Entstehung, den Ursachen und den Folgen von Sucht und Gewalt nähern. Den Abschluss des Seminartages bildet ein Trialogisches Gespräch: Suchterfahrene Personen und Mitarbeiter:innen aus dem Kosmos Psychiatrie werden als Gäste der Runde über Ihre Erfahrungen berichten.
Was geschah mit Menschen mit Behinderung in der Nazi-Zeit? Wie ist es den Menschen nach dem Krieg ergangen? Und was war das Kloster Blankenburg?
Anhand der Lebensgeschichte von Paula Kleine erzählen wir die Geschichte der Psychiatrie.
Paula Kleine kam mit 2 Jahren in ein Behindertenheim. 1939 wurde das Heim aufgelöst. Paula kam erst in die Nervenklinik Bremen, dann nach Bayern. Sie überlebte die Nazi-Zeit. Aber sie blieb in Kutzenberg. Erst 1979 kam sie zurück in die Nähe von Bremen: nach Blankenburg. Als Blankenburg aufgelöst wurde, zog sie in eine betreute WG.
Regelmäßig zeigt das Krankenhaus-Museum wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen. In der Regel gibt es hierzu Führungen und/oder ein pädagogisches Begleitangebot für individuelle Gruppen. Melden Sie sich gerne bei uns, wir freuen uns Sie über unser derzeitiges Angebot zu informieren.
Derzeitige Sonderausstellung:
Seelenräume