Galerie im Park
Foto: Archiv Innere Mission, Bremen

»Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen«* Bremer Jugendfürsorge und Heimerziehung 1933-1945

Erstmalig zeigt eine Ausstellung, wie der Alltag von Bremer Jugendlichen in den Heimen der Jugendfürsorge aussah. Sie lässt deutlich werden, wie sich die verhängnisvolle Praxis der Rassenhygiene zwischen 1933 und 1945 auswirkte. Dokumente, Bilder, Filmausschnitte und Hörstationen ergänzen die Präsentation.


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*Das Zitat ist dem handschriftlichen Lebenslauf von Helmut Bödeker entnommen. Der ehemalige "Zögling" des Ellener Hofs schrieb ihn im Jahr 1934. Auf eine Korrektur der Rechtschreibung wurde bewusst verzichtet. Infoflyer mit Begleitprogramm hier
Eine Kooperation mit dem Diakonischen Werk Bremen e.V.


 

4 € / 2 €
Öffnungszeiten: Mi - So / 11 h - 18 h
Gruppenführungen auf Anfrage

BEGLEITPROGRAMM

Filmstill Kopf Herz Tisch
Kreativ u. Therapiezentrum ORANGE HOUSE
Di. 27.11. 19.30 Uhr
Film u. Diskussion

Kopf Herz Tisch - Kindheit ohne Eltern

Film und Diskussion mit der Videokünstlerin und Autorin Sonja Toepfer (*1961), die ihre ersten drei Lebensjahre in einem Heimverbrachte. Aufgrund ihrer eigenen Erlebnisse ist sie für die verschiedenartigen Bewältigungswege der Leiderfahrungen von ehemaligen Heimkindern besonders sensibilisiert. Sie hat zehn Frauen und Männer aufgesucht und sie eingeladen, über ihre Kindheit ohne Eltern zu sprechen.


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Entstanden ist ein Dokumentarfilm mit experimenteller Dramaturgie, eine Spurensuche biographischer Bewältigungsstrategien über eine Kindheit in Säuglings-, Kinder- und Erziehungsheimen, bei gewalttätigen Pflegefamilien in einer Welt in der liebevolle Mütter und Väter abwesend sind. Im Anschluss an den Film (Dauer ca. 80 Min.) bieten wir eine Diskussion mit der Regisseurin, Mitarbeiter*innen aus der Heimerziehung und einer ehemaligen Heimbewohnerin an.
Moderation: Margarete Udolf.
Veranstalter: Diakonische Jugendhilfe Bremen, St. Petri Kinder- und Jugendhilfe, Alten Eichen – Perspektiven für Kinder- und Jugendliche
Ort: Kreativ u. Therapiezentrum ORANGE HOUSE, Ehlersdamm 70, 28307 Bremen


Eintritt frei


Haus im Park
Di. 4.12. 19.00 Uhr
Vortrag

Verschwiegene Gewalt – Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in den Stationären Hilfen der Gegenwart

Machtmissbrauch und Gewalt durch Mitarbeiter*innen in der Heim-erziehung sind kein historisch überwundenes Thema, sondern ein andauerndes Problem, das sich regelmäßig anhand öffentlich werdender Fälle zeigt. Vortrag mit Friederike Lorenz M.A.


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Im Vortrag wird der Frage nachgegangen wie Gewalt und Macht-missbrauch in der gegenwärtigen Heimerziehung legitimiert werden und wie dabei ein Verschweigen der Gewalt innerhalb der Organisations- strukturen praktiziert wird. Der Beitrag spannt den Bogen zur Gegenwart anhand einer Studie zu einem aktuellen Fall. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation der KulturAmbulanz mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB.


Eintritt frei


Galerie im Park
So. 9.12. 15.00 Uhr
Führungen

Führungen durch die Ausstellung "Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen"

Weitere öffentliche dialogische Führungen:
So 13.1., 10.2., 24.2.2019
jeweils 15 h / 5 € / 2,50 € (zzgl. Eintritt)


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Gruppenführungen nach Absprache: 50 € (zzgl. Eintritt), max. 20 Pers.
Schulführungen nach Absprache: 50 € (zzgl. Eintritt), max. 20 Pers.
Mit unseren Junior-Guides können Schulklassen eine exklusive Führung buchen. Die Jugendlichen, Schüler*innen der Albert-Einstein-Schule, haben sich im Rahmen ihrer Ausbildung zum Guide intensiv mit dem Thema »Jugendfürsorge im Nationalsozialismus« auseinandergesetzt und selbständig ein Führungskonzept entwickelt. In Kooperation mit Demokratisch Handeln und LIS.


Anmeldungen: Tel.: 408-1757 oder Mail info@kulturambulanz.de


Filmstill Nebel im August
City 46
Mo. 7.1. - Do. 10.1.
Film

"Nebel im August", D 2016, Regie: Kai Wessel

Beginn jeweils 20 h
In dem auf wahren Begebenheiten basierenden deutschen Drama Nebel im August kämpft ein Junge in einer Nervenheilanstalt gegen die unmenschlichen Euthanasie-Maßnahmen der Nazis. Filmvorführung mit Gast.


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Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.
Beginn aller Aufführungen: 20 h


City46 Kommunalkino Bremen e.V. Birkenstr. 1
7 € /4,50 €


Ausschnitt Buchcover
Galerie im Park
Fr. 11.1. 15.00 Uhr
FreitagsLesung

FreitagsLesung "Kriegkindheiten"

FreitagsLesung mit Helga Storm und Mathias Groll. Helga Storm liest aus Ihrer biografischen Erzählung "Tausendjährige Früchte". Ein berührendes Buch über die Narben zweier Generationen, die sowohl den Krieg als auch die traumatischen Folgen erlebten und lebenslang davon geprägt waren. Mathias Groll liest eigene Gedichte aus der Anthologie "Aus dem Gepäck der Kriegskinder" (Hrsg. Inge Buck, Falkenberg-Verlag, Rotenburg 2015). Es sind Gedichte aus dem Blickwinkel eines Kindes und eine Gratwanderung zwischen Erzähltem und Nicht-Erzählbaren.


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Davongekommen
Ich wurde nicht erschossen.
Ich bin nicht verbrannt.
Keine Bombe traf mich.
Ich wurde nicht verschüttet.
Ich bin nicht verhungert.
Keiner von meiner Familie
Kam um.
Ich war noch zu klein,
um jemanden retten
oder verraten zu können.
Meine Schulden sind hoch.
Es ist nicht einfach,
unverdientes Glück zurück zu zahlen.
Mathias Groll


Eintritt frei


Haus der Wissenschaft
Mi. 16.1. 19.00 Uhr
Vortrag

Bremer Jugendfürsorge und Heimerziehung 1933 – 1945

Vortrag mit Gerda Engelbracht (M.A., Kulturwissenschaftlerin,
Kuratorin, Autorin, Bremen). Die Bremer Kulturwissenschaftlerin hat in ihrer soeben erschienenen Studie* erstmals umfassend nachgezeichnet, wie das „Sichten und Sieben“ in dem sich radikalisierenden Bremer Fürsorgeerziehungssystem funktionierte.


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Wie war der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die zwischen 1933 und 1945 in evangelischen Heimen untergebracht waren? Was erlebten sie dort und welche Rolle spielten Heimleiter*innen, Psychiater und die Verantwortlichen in den Behörden? Welche Auswirkungen hatte das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ und die Verlegungen in außerbremische Erziehungsanstalten und Jugendkonzentrationslager?
Moderation: Prof. Dr. Marianne Hirschberg, Hochschule Bremen

*Gerda Engelbracht, „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen“. Bremer Jugendfürsorge und Heimerziehung 1933 – 1945, Edition Falkenberg für den Preis von 9,90 € (ISBN 978-3-95494-160-5)
 


Eintritt frei


Ausschnitt Filmplakat
Cinema im Ostertor
Di. 29.1. 18.45 Uhr
Film

Freistatt… und wenn du nicht artig bist, kommst du ins Heim!

D 2015, 104 Minuten, Regie. Marc Brummund
Filmvorführung mit Gast
„Eine aufwühlende Story um den Kampf eines Jungen gegen Gewalt und Unterdrückung. Herzzerreißend! (Saarländischer Rundfunk)
„Packend, intensiv, aufwühlend und äußerst sehenswert!" (Hessischer Rundfunk)


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Sommer 1968. Der Wind der Veränderung ist in den norddeutschen Kleinstädten allerhöchstens als Brise zu spüren.
Mit selbstverständlicher Aufmüpfigkeit begegnet der 14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner Mutter und vor allem seinem Stiefvater. Als er von seiner Familie in die abgelegene kirchliche Fürsorgeanstalt FREISTATT abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt wieder, der er nur mit noch unbändigerem Freiheitsdrang begegnen kann: Verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze in den Mooren der Umgebung. Doch für Wolfgang ist eins klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht im Moor begraben.


Cinema im Ostertor, Ostertorsteinweg 105
Eintritt 7 €
Schulvorstellungen nach Absprache: kino@cinema-ostertor.de


„Schlüsselgewalt“ heute: der Schlüsselbund eines jugendlichen Bewohners aus Alten Eichen. Alten
Eichen – Foto: Perspektiven für Kinder und Jugendliche
Alten Eichen
Do. 7.2. 18.30 Uhr
Vortrag und Gespräch

Schutzkonzepte in der modernen Jugendhilfe

Vortrag und Gespräch mit Mitarbeiter*innen, Kinder- und Jugendlichen, die ihre Inhalte vorstellen und über die Herausforderung berichten, den jungen Menschen geschützte Räume anzubieten.
Veranstalter: Alten Eichen – Perspektiven für Kinder- und
Jugendliche


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Um das Risiko zu senken, dass die Einrichtungen "zum Tatort von Gewalt" werden, wurden Bedingungen - sogenannte Schutzkonzepte - geschaffen. In dieser Veranstaltung werden die wesentlichen Inhalte dieses Schutzkonzeptes vorgestellt: Beschwerdemanagement, Verhaltensampel, Stolpersteine im Arbeitsalltag, Kinder haben Rechte, Infos, Beteiligung der Kinder- und Jugendvertretung Junge Eichen, etc.


Alten Eichen – Perspektiven für Kinder und Jugendliche, Horner Heerstraße 19 / Eintritt frei


Arbeiten im Ellener Hof, um 1960 / aus: 50 Jahre
Jugendamt Bremen. Bremen 1963
Kultur-Aula
So. 17.2. 15.30 Uhr
Zeitzeugengespräch

“… soll aber nicht so schlimm gewesen sein.“

Zeitzeugen berichten über ihre Erfahrungen als jugendliche Insassen des Ellener Hofes nach dem Zweiten Weltkrieg.


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Die Missachtung aller Menschenwürde bei Personen in schwierigen Verhältnissen und bei anderen Hilfs- und Schutzbedürftigen ist keine Erfindung der Nationalsozialisten, mögen die das bis dahin schier Undenkbare sogar verwirklicht haben. Und leider sind mit ihnen institutionalisierte Rohheit und Sadismus aus unserem, so sorgsam aufgebauten Nachkriegs-Rechtsstaat ebenfalls nicht verschwunden. Wie diese Gewaltformen auch den Alltag in der Erziehungsanstalt für männliche Jugendliche auf dem „Ellener Hof“ bis weit in die 1970er Jahre hinein geprägt haben und was das für die Betroffenen bedeutet hat, sind Themen des Gesprächs.
Ort: Kultur-Aula im Stiftungsdorf Ellener Hof, Ludwig-Roselius-Allee 181


Eintritt frei
Kontakt: jens.boettcher@kultur-aula.de




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